
Was ist Publishing 3.0?
Der Begriff Publishing 3.0 soll in Analogie zu Web 3.0 ausdrücken, dass eine neue Ära des Publishing anbricht. Publishing 1.0 waren die Satz- und EBV-Systeme der 70er-Jahre, Publishing 2.0 war das Desktop-Publishing, welches uns leistungsfähige Technologien und Werkzeuge wie Photoshop, Illustrator, QuarkXpress, InDesign, ICC-Farbmanagement, PDF-Workflows etc. brachte. Mit Publishing 3.0 kommen jetzt neue Publishing-Lösungen, welche einen hohen Grad an Automatisierung und eine massive Effizienzsteigerung erlauben werden. Wir sehen Publishing 3.0 zur Hauptsache durch folgende Eigenschaften charakterisiert:
Prozessorientiert
Die heutigen Workflows funktionieren in der Regel nach dem Prinzip Eingabe – Verarbeitung – Ausgabe als Einbahnstrasse. Kommt es zu inhaltlichen Änderungen, muss der ganze Workflow nochmals von vorn nach hinten durchlaufen werden. Publishing 3.0 basiert dagegen auf Prozessen, welche interaktiv ineinander verzahnt sind und die dynamische Aktualisierung von Inhalten an jeder Stelle des Prozesses ermöglichen.
XML-basiert
Bei der oben genannten Interaktion zwischen den einzelnen Prozessen spielt XML als Basis für standardisierte Schnittstellen eine Schlüsselrolle.
Datenbankgetrieben
Inhalte (Assets) werden in Datenbanken verwaltet und von dort dynamisch in die Publishing-Prozesse eingespeist.
Internetgestützt
Die Möglichkeiten, das Internet als Prozessoptimierungsplattform für Publishing-Prozesse zu nutzen, werden voll ausgeschöpft.
Kundenzentriert
Beim Publishing 3.0 rückt der Kunde ins Zentrum des Geschehens. Seine Datenbanken speisen die Publishing-Lösungen mit Inhalten und über webbasierte Benutzerschnittstellen ist er fest in die einzelnen Prozesse eingebunden.
Publishing-3.0-Lösungen und -Schlagwörter
Lösungen, welche ganz oder teilweise die oben genannten Kriterien erfüllen, sind schon in grosser Zahl auf dem Markt. Dabei haben sich viele neue Begriffe und Schlagwörter herausgebildet. Hier ein Überblick ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
- Database-Publishing
- Web-Content-Management-Systeme (CMS) und Enterprise-Content-Management-Systeme (ECMS); datenbankgestütztes Publizieren (meist im Internet) mit anwenderfreundlichem Back-End zum Einspeisen und Aktualisieren der Inhalte
- Crossmedia-Publishing und Multi-Channel-Publishing
- Variabler Digitaldruck und Transpromo zum Erstellen individualiserter Drucksachen auf Basis der Daten aus CRM-Systemen (Customer Relation Management)
- Printing on Demand mit Digitaldruck, Kurzfarbwerk- oder DI-Offsetdruck
- Management-Informations-Systeme (MIS) mit JDF-Unterstützung für interne Workflow-Automatiserung und mit webbasierter Kundenanbindung zur Effizienzsteigerung bei externen Prozessen wie Revisionen und Gut-zum-Druck
- Web-to-Print und Drucksachen-Webshops
- Drucksachen-eProcurement, IT- und Web-gestützte Drucksachenbeschaffung
- Online-Services wie Online-Preflight oder Remote-Proof
- PIM-Systeme (Product Information Management) zum zentralen Einspeisen von produktbezogenen Inhalten in die Publishing-Prozesse
- Media Asset Management zum Verwalten und Verteilen der Publishing-relevanten «Assets» wie Bilder, Grafiken, Videos etc.
- Team-Publishing mit Redaktionssystemen
Quelle:
Publisher